Ein Pinzgauer in Namibia |
Fritz Flachberger war gerade mal 22 Jahre alt, als er die Nase von Zell am See und familiären Problemen gestrichen voll hatte.
„Mein Vater hatte mir nie verziehen, dass ich die HTL abgebrochen habe“, erinnert sich der Auswanderer. Damals packte er seine Sachen zusammen und startete in Südafrika mit einem alten Auto und einem Werkzeugkoffer in sein neues Leben.
Flachberger durchreiste den schwarzen Kontinent und war stets dort anzutreffen, wo er als selbstständiger Baumaschinenmechaniker Arbeit fand. Besonders in Krisengebieten wie Angola oder Liberia, arbeitete Flachberger dort, wo es anderen zu gefährlich war und lieber das Weite suchten.
Seine Gattin Monika lernte Fritz Flachberger bei einem Fußballspiel „Europa gegen Afrika“ kennen. Der Pinzgauer legte sich so ins Zeug, dass er sich die Nase brach und im Krankenhaus behandelt werden musste. Die Nase verheilte, doch sein Herz verlor er an die deutsche Krankenschwester Monika, die später zu seiner Frau wurde.
Traum verwirklicht
Die Weiten von Namibia sind die neue Heimat der Flachbergers. „Eine eigene Ranch war immer mein Traum“, erzählte der Pinzgauer von den Anfängen seines Tourismusmagnetes, das heute aus zwei Lodges, mit einer Fläche von rund 20.000 Hektar, einem Safaribus- und eines Helikopterunternehmens besteht.
30 Kilometer von der Hauptstadt Windhoek liegt die Okapuka-Ranch. 1986 erstand das Ehepaar Land und machten es zu einer Ranch, die als Vorzeigeranch Gäste aus aller Welt empfängt.
Zuerst grasten Rinder auf der Ranch, doch bald wurden Wildtiere ausgesetzt. Mit viel Aufwand entstanden Camps und Straßen. Ein Restaurant und eine Bar, mit einem gewaltigen Grasdach wurden gebaut und 12 Ställe in mexikanischer Architektur für die Araberpferde der Ranch errichtet.
Hohe Staatsbesuche
Auf der Okapuka-Ranch geben sich Promis die Türklinke in die Hand. Der namibische Präsident reist mit fast jeden höheren Staatsbesuch auf das Anwesen der Flachbergers. So waren neben Chinas Präsidenten Jang Zemin auch schon Mitglieder der Österreichischen Bundesregierung auf Besuch auf der Okapuka-Ranch. Heuer stattete sogar Russlands Staatschef Dimitri Medwedew Fritz Flachberger einen Besuch ab. Es war der erste russische Präsident, der Namibia besuchte.
Auf Pinzgaubesuch
Fritz Flachberger wurde durch seinen Mut, harte Arbeit und viel Idealismus zum mehrfachen Dollar-Millionär. Sein Herz schlägt für Afrika: „Dort bin ich zuhause“, sagt er, doch „Urlaub“ macht Flachberger im Pinzgau. Einmal im Jahr kommt er für einen Monat nach Kaprun, wo er ein Haus besitzt. Schifahren, das war früher einmal, heute beobachtet der Auswanderer bei seinen Besuchen in der „alten Heimat“ lieber die Wildtiere in seinem pinzgauer Jagdrevier.
Ein Bericht von
Barbara Kappacher
Im Bild:
Hoher Besuch bei den Flachbergers auf der Okapuka-Ranch: Der Russische Präsident Dimitri Medwedew (Bildmitte) beobachtete Tiere im Wild-Life-Ressort von Fritz Flachberger (rechts im Bild) Fotos: privat