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Wenn die Grenzen des Gewöhnlichen überschritten werden…

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Genau das passierte am Samstag, dem 5. September 2009 auf der Burg Kaprun.

Die Grenzen von komplett unterschiedlichen Musikrichtungen mussten erst überschritten werden, damit sie anschließend in einer außergewöhnlichen Art und Weise harmonisch zusammengefügt werden konnten.

Anfänglich hatte man den Eindruck, dass verschiedene Welten aufeinander prallen würden, was bei der Optik der Gruppen begann und bis hin zur Musik, die man ihnen anheftet, reichte. Dass nicht jeder Musiker das Klischee erfüllt, in dem wir ihn uns vorstellen, wurde uns von den drei Gruppen IRISHsteirisch, den Beriga Pascher und den Oatna Seitlpfeifer alsbald bewiesen.

Als die Gruppe IRISHsteirisch die Bühne betrat, wusste man, in welche Musikrichtung man sie als Zuhörer einzuteilen hatten und war somit auch nicht sonderlich überrascht, als sie ihren ersten Titel zum Besten gaben. Gleich erging es einem im Anschluss mit den Beriga Pascher - eine typische Volksmusik-Truppe mit Lederhose und Gamsbart am Hut stand vor dem Publikum und gab eine erste Kostprobe ihres Könnens.  Die Oatna Seitlpfeifer ähnelten ihnen äußerlich, nur waren sie mit ihren Pfeifen noch eine Spur ‘traditioneller’ in unserem normalen Musikerbild eingeordnet.

So, nun stellte sich nur die Frage: ‘Was machen diese drei Gruppen gemeinsam auf ein und der selben Veranstaltung?’
Dies wurde den Zuhörern, die ebenso kunterbunt gemischt waren wie die Musikgruppen, alsbald beantwortet, als sich die verschiedenen Musikanten gemeinsam auf die Bühne stellten. Das, was die Ohren des Publikums nun zu hören bekamen, war absolut außergewöhnlich. Gemeinsam spielten die Musiker Lieder aus der einen oder anderen Musikrichtung, bis zum Schluss die beiden Stile zu einem harmonischen Ganzen verschmolzen waren, was durch die literarische Reise mit Rainer Casna, der in kurzen Lesungen Texte aus der Region zum Besten gab, vervollkommnet wurde.

Und was sagte das Publikum dazu?
Anfangs versammelten sich die Zuhörer im Rittersaal der Burg und beim Anblick der unterschiedlichen Bands meinte man in ihren Gesichtern die Frage zu lesen: ‘Bin ich hier denn richtig?’ Neigte die eine Hälfte wohl eher dazu, einen traditionellen Volksmusikabend mit steirischen Klängen zu erwarten, so sah man der anderen an, dass sie besser bei den Klängen von IRISHsteirisch aufgehoben war.

Die Vollblutmusiker schafften es mit ihrer Spontanität, ihrer Leidenschaft und Liebe zur Musik, das Publikum zu überzeugen: Das Eine schließt das Andere keineswegs aus, ganz im Gegenteil, zwei Musikrichtungen können sich perfekt ergänzen.
Die Freude von Musikern und Literaten an der gemeinsamen Sache übertrug sich auf die Zuhörer und machte diesen Abend zu einem ganz außergewöhnlichen Erlebnis für alle Beteiligten.

Bericht und Foto:
Christine Aberger / Zell am See Kaprun Info

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